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| „Nachhaltigkeit fängt bei uns selber an“ – Die ZukunftsTour in Potsdam

„Nachhaltigkeit fängt bei uns selber an“ – Die ZukunftsTour in Potsdam

Minister Müller mit einer Teilnehmerin und einem Teilnehmer des Song Contests. Foto: Tina Merkau

Potsdam, 16.September 2015. Am Mittwoch besuchten über 700 Schülerinnen und Schüler die ZukunftsTour in der Potsdamer Schiffbauergasse. In Lernstationen, Workshops und Ausstellungen informierten sie sich über Themen wie Nachhaltigkeit, Flucht, Klima und Hunger. In der Politikarena diskutierte Entwicklungsminister Müller zu globalen Zukunftsfragen.

„Nachhaltigkeit fängt bei uns selber an“, sagte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller in der Politikarena, wo er gemeinsam mit Dr. Helmuth Markov, Landesminister der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz, unter dem Motto „Brandenburg goes Global – Nachhaltige Entwicklung und Entwicklungspolitik“ diskutierte. Jeder könne einen Beitrag leisten und seinen persönlichen Konsumstil hinterfragen. In der Politik müsse man ebenfalls neue Wege beschreiten, so der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weiter. Der Anfang werde Ende September in New York gemacht, wo sich alle Staaten der Welt gemeinsam auf neue Ziele für nachhaltige Entwicklung einigen wollen.

Beim Umgang mit den vielen geflüchteten Menschen, die derzeit nach Europa und Deutschland kommen, seien jetzt Herzlichkeit und Menschlichkeit gefragt, so Minister Müller. Er appellierte außerdem an die Wirtschaft und das Handwerk, Ausbildungsplätze für geflüchtete Menschen zu schaffen. Minister Markov vom Land Brandenburg forderte zudem die Anerkennung von Hochschulabschlüssen der Geflüchteten. Langfristig, so Minister Müller, müssten jedoch Lebensperspektiven in den Herkunftsländern geschaffen werden: „Die Menschen brauchen Hoffnung, Arbeit und Zukunft. Hierbei tragen wir eine Verantwortung und müssen mehr investieren – vor allem für die Jugend. Das ist mir ein ganz persönliches Anliegen“.

Viele Schülerinnen und Schüler drängen sich dicht an dicht, als Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz Anne Quart, Dr. Bernhard Felmberg vom BMZ und Professor Dr. Klaus Töpfer am frühen Morgen die Zukunftswerkstatt in der Potsdamer Schiffbauergasse eröffnet. Die Botschaft des früheren Umweltministers und heutigen Direktors des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit an die jungen Menschen: Die Zukunft der Erde liegt nicht zuletzt in euren Händen – und deshalb tragt auch ihr die Verantwortung, sie nachhaltig zu gestalten. Der Zehntklässler Leopold findet: „Als einzelne Person kann man die Welt nicht verändern. Dazu braucht man immer eine Gruppe. Aber dann können normale Bürger viel bewegen“.

Besonders die aktuelle Situation der Menschen, die vor Krieg und Not nach Europa flüchten, bewegt viele der Schülerinnen und Schüler. Leopold sieht dabei auch die Politik in der Verantwortung: „Die Politiker müssen sich mehr anstrengen, um Flüchtlingen zu helfen“. Sein Klassenkamerad Melwin ergänzt: „Es muss mehr Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen werden. Es gibt so viele leerstehende Gebäude, die dafür genutzt werden könnten“.

In der BMZ-Ausstellung zu den Arbeitsschwerpunkten Hunger und Klima konnten die Schülerinnen und Schüler mit kleinen Zetteln ihre Gedanken einbringen. „Klimaschutz fängt bei mir selbst an“, steht auf einem der Zettel geschrieben: „Zum Beispiel kann man Gemüse und Obst im eigenen Garten anbauen oder das Fahrrad für kurze Wege benutzen“. Zum Thema Hunger hat jemand vermerkt: „Theoretisch sollte niemand hungern, da in Industrieländern ein Überfluss an Nahrung herrscht. Eine Verschiebung der Ressourcen wäre angebracht. Wir müssen unseren Konsum einschränken.“

Zum Abschluss der ZukunftsTour in Potsdam eröffnete Minister Müller den „Schulwettbewerb des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik 2015/2016“. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ließ der Minister Ballons mit Wünschen und Botschaften an die Welt aufsteigen. Der Tag endete mit Live-Musik: Elf junge Bands vom Eine Welt Song Contest zeigten auf der Bühne, was in ihnen steckt.

Die ZukunftsTour geht weiter und kommt als nächstes nach Rostock, München und Stuttgart.

Weiterführende Links:

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